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Wolf Loeckle

Laudatio Wolf Loeckle

Wolf Loeckle bei seiner Laudatio. Foto: Petra Basche (HuPe-kollektiv)

Wenn einer weiß, dass er nichts falsch machen darf, flacht die Intensität der Interpretation unausweichlich ab. Geht ein Gutteil der Konzentration doch in den Perfektionswahn. Früher waren die Menschen in solchen Zusammenhängen durchaus milder... Der Druck, den die Marke perfekt und fehlerfrei auslöst, vorgegeben von der perfekten Studioproduktion - vor Augen und Ohren der Techniker - setzt Maßstäbe. Den Kontrast bietet das direkte Konzert in frontaler Begegnung mit dem Publikum. Und da wie dort werden Stress-Hornone produziert. Das Live-Konzert leidet darunter. Denn der Perfektionswahn des CD-Zeitalters überhört ja kei-nen noch so kleinen Fehler. Die heutige Ausprägung des Konzert-betriebs, so wie sie in ihrer Vermarktung und Aufbereitung mit Print-Produkten und Audio-Ansagen aus früheren Zeiten auf uns kam, erlebt sich aktuell im Wahn der allerorten ausufernden Trimedialität. Diese aktuelle Realität der Künstler-Beobachtung durch die Medien – fast schon aus der Schlüssellochperspektive - lässt Spontaneität und musikalische Intensität abflachen. Die Angst vor Fehlern schiebt sich vor die musikalische Kraft. Das lässt sich im Vergleich zwischen dem direkten Konzert und der technischen Reproduktion desselben durchaus konstatieren. Braucht es dafür den Musikkritiker?

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